5. Hamburger Mediationstag: Alle Workshops, alle Referenten

Begrüßung

Gesa Lohkamp, Vorsitzende der MediationsZentrale Hamburg

Grußwort

Dr. Till Steffen, Justizsenator der Freien und Hansestadt Hamburg

Spoiler-Titel

Dr. Klaus-Stephan Otto - Evolutionsforscher, Organisationsentwickler, und Berater für Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, Autor

Embodiment: Non-verbale und körperliche Intervention der in Mediation

Worum geht es? 

In Krisen sind Personen und Systeme mit sprachlichen Interventionen nicht mehr erreichbar. Welches Methodenrepertoire hilft Mediatoren in solchen Situationen?

Nach einer kurzen, theoretischen Einführung über die Indikation von Methoden in der Mediation und Beratung, werden kleine nonverbale und körperliche Interventionen vorgestellt und ausprobiert.

Ohnmachtserfahrungen und Krisenzustände in Konflikten zeigen sich auch in der Mediation. Systeme oder Personen im Krisenzustand sind sprachlichen Interventionen nicht mehr zugänglich. Wie können Personen und Systeme wieder in einer Verfassung gebracht werden, in der sie sich selber in Mediationen und Verhandlungen vertreten können?

Workshopleiterin: Carla van Kaldenkerken

  • Diplom Sozialpädagogin, Supervisorin, Coach und Ausbildungsleiterin (DGSv), Mediatorin und Ausbilderin für Mediation (BM e.V.), Organisationsberaterin
  • Weiterbildungen in NLP, Psychodrama, Strukturaufstellung, Feldenkrais, Tanz- und Bewegungspädagogik, PEP
  • Aktueller Forschungsschwerpunkt: Embodiment
  • Geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsfirma step, Coaching-Supervision-Konfliktmanagement-Organisationsberatung

www.stepberlin.de

Einblicke in UN-Gipfel: Wie effektive Vermittlung multilaterale Erfolge bewirkt

Worum geht es? 

Der Workshop zeigt auf, wie die effektive Vermittlung bei großen Verhandlungsprozessen multilaterale Erfolge bewirken kann. Beispiele sind die globalen Verhandlungen zum Klimawandel und Welthandel. Wie lassen sich die Ergebnisse auf Mediation in anderen Kontexten anwenden?

Workshopleiter: Dr. Kai Monheim

  • Jurastudium und Rechtsreferendariat in Passau und Berlin und Master in Public Policy an der Harvard Kennedy School
  • Promotion (PhD) an der London School of Economics and Political Science (LSE) zu multilateralen Verhandlungen. Seit 2013 Visiting Fellow an der LSE mit Forschung und Beratung zu multilateralen Verhandlungen
  • Ausbildung und Tätigkeit als Mediator im Bereich von Unternehmens- und Familienauseinandersetzungen
  • Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (2007-2015)
  • Seit 2014 Verhandlungsberatung und -trainings für Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen als Gründer und Managing Partner des Centre for Multilateral Negotiations.

Dr. Kai Monheim ist seit 2017 Geschäftsführer der Egger, Philips & Partner Hamburg GmbH (in Gründung).

 

Vom Nutzen der Werte für Mediation aus Sicht der Psychologie

Worum geht es?

In dieser Veranstaltung werden ausgewählte psychologischen Erkenntnisse und Theorien vorgestellt, die den Wertebegriff für die Mediation nutzbar machen sollen. Der Wertebegriff wird sowohl in seiner moralischen, als auch in seiner individuellen Funktion für den mediativen Alltag instrumentalisiert werden. Zur Verdeutlichung dienten mediationsrelevante Beispiel und kleine Selbstversuche.

Um die „Bridge over troubled water“ zu ermöglichen, bedient sich die Veranstaltung ausgewählter psychologischer Erkenntnisse und Techniken und betrachtet Werte in zweierlei Hinsicht: Erstens „Werte“ die als moralische Dimension formalisiert werden können und zweitens „Wert“ als Funktion der individuellen Nützlichkeit.

Das Format der Veranstaltung wird ein Mischung aus Vortrag, kleinen Selbstversuchen und einer Diskussionsrunde. Im Vordergrund soll die Praxisorientierung für die Teilnehmer stehen.

Workshopleiter: Dr. Klaus Harnack

Dr. Klaus Harnack forscht und lehrt am psychologischen Institut der Universität Münster zu den Themen: Teamentwicklung, Verhandlung und Konfliktmanagement. Seine Hauptinteressen liegen im Bereich der kollektiven Entscheidungsfindung. Zurzeit untersucht er die Auswirkungen der Verspieltheit im Erwachsenalter auf das individuelle Konflikt- und Verhandlungsverhalten. Neben seiner universitären Tätigkeit arbeitet er als Mediator, Trainer und Berater.

www.klausharnack.de

Umgang mit Hidden Agendas: Ein Dreiklang aus persönlicher Intuition, gemeinsamer Spekulation und separater Konfrontation

Worum geht es?

Es ist menschlich und legitim, in Mediationen nicht alle Interessen auf den gemeinsamen Tisch zu legen, etwa weil es für das Ergebnis erfolgversprechend erscheint, weil es zur Wahrung des Selbstbilds dient oder weil es die Beziehung zur anderen Konfliktpartei (mutmaßlich) schont. Dies geschieht teils unbewusst, teils bewusst. Wenn Beteiligte sich in einem bewussten Willensakt dafür entscheiden, in einer Mediation nicht alles offen zu legen, sprechen wir von einer „hidden agenda“.

Im Workshop wird es einerseits um Klarheit in unserer Haltung zu „hidden agendas“ und andererseits um ein Repertoire an Umgangsweisen mit „hidden agendas“ in verschiedenen Praxisfeldern von Mediation gehen.

Workshopleiterinnen: Silke Freitag und Kirsten Schroeter:
Diplom-Psychologinnen, Mediatorinnen & Ausbilderinnen BM® sowie Supervisorinnen.

Zwei Lebenskräfte der Evolution: Konkurrenz und Kooperation

Worum geht es?

In Übungen und Diskussionen reflektieren wir unseren Umgang mit Konkurrenz und Kooperation. Die Rolle dieser beiden Kräfte in Mediationsprozessen wird bearbeitet. Wie können wir Kooperation und Symbiose stärken durch einen angemessenen Umgang mit Konkurrenzverhalten anderer und von uns selbst?

In unruhigen Zeiten ist es wichtig, sich genauer mit Konkurrenz und Kooperation auseinander zu setzen und ihre Positionierung in unserem Wertesystem zu diskutieren und zu reflektieren, wie wir damit persönlich umgehen.

Workshopleiter: Dr. Klaus-Stephan Otto

Dr. Otto ist Organisationsentwickler und berät Unternehmen und Non-Profit-Organisationen; er beschäftigt sich seit langem damit, was man aus der Geschichte der Evolution und aus der Natur für Organisationen und die Interaktionen der Menschen lernen kann. Er hat zu diesem Thema mehrere Bücher geschrieben. Er ist einer der Mitbegründer des Forums Ziviler Friedensdienst.

Von der Konfliktforschung zum Rollenspiel und zurück

Worum geht es?

Mediation als Methode in der Wissenschaft in Forschung und Lehre.

Der Workshop gibt einen Überblick wie man Mediation nutzen kann um Konflikte zu untersuchen und gleichzeitig lehren kann. Bereitschaft zum Rollenspiel wird erwartet.

Workshopleiter: Nils Zurawki

Soziologe, Kriminologe, Mediator, Wiss. Mitarbeiter an der Uni Hamburg, u.a. Lehre und Mitarbeit im Curriculum Peacebuildung

Bürgerkrieg durch Mediation verhindern – Was unterscheidet Tunesien von seinen Nachbarländern?

Worum geht es?

Zuerst wird erläutert, warum in manche Länder wie Syrien, Irak, Jemen und Libyen der „arabische Frühling“ implodiert ist, und warum er in Tunesien halbwegs erfolgreich verlief. Dann folgen Beispiele von Mediation, mit Fokus auf das sogenannte Quartett, der einen Bürgerkrieg zwischen Islamisten und Liberale in Tunesien verhinderte.

Das Quartett wurde 2013 in Zeiten sozialer Unruhen und Mordanschläge in Tunesien gebildet, als der Prozess der Demokratisierung zu scheitern drohte. Zu den vier Vermittlern gehörten die Gewerkschaft UGTT, der Verband von Industrie, Handel und Handwerk (UTICA), die Liga für Menschenrechte (LTDH) und der Nationale Anwaltsverein.

Der Friedensnobelpreis 2015 ging an das Quartett.

Workshopleiter: Fouad Hamdan

Fouad Hamdan ist seit Juli 2016 Referent für Bürgerbeteiligung beim Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge in Hamburg. Zuvor war er seit Beginn des arabischen Frühlings politischer Berater und Leiter von Demokratie-Projekten in der Krisenregion, speziell in Tunesien, Libyen und für die liberale syrische Opposition. Er beriet Führer von politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Gruppen in Strategie, Kampagnenführung und Kommunikation. Auftraggeber waren GIZ, EU- und US-Stiftungen.

Hamdan war Gründunggeschäftsführer des Arab Human Rights Funds in Beirut von 2008 bis 2010, eine Stiftung die Menschenrechtsaktivisten in der arabischen Region unterstützt. Zuvor war er Kommunikationschef von Greenpeace Deutschland, gründete Greenpeace Libanon und leitete dort Kampagnen, war PR-Chef bei der Deutsche Post DHL Group in Bonn und Direktor von Friends of the Earth Europe in Brüssel. Hamdan hat seine berufliche Laufbahn 1987 bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) begonnen, zunächst als Journalist und später als Korrespondent in Ägypten und am Golf.

Der Deutsch-Libanese Hamdan ist 1959 in Uetersen, Schleswig-Holstein, geboren aber in Beirut aufgewachsen. Er hat ein Diplom in Politikwissenschaften an der Universität Hamburg erlangt.

Mehr: www.fouadhamdan.org/vita

Werte – im Business – in der Wirtschaftsmediation

Worum geht es?

Werte in Wirtschaft und anderswo sind personengebunden und individuell.

Sie sind das Ergebnis persönlicher Überzeugungen und Angst-Vermeidungsstrategien nach dem Motto: „Ich weiß, was ich habe, daran halte ich fest – ich habe Angst vor dem unbekannten Neuen!“

In Familienunternehmen, in der Landwirtschaft , also in allen Organisationen mit Traditionen und oft hierarchischen Entscheidungsprozessen sind sehr oft rigide Wertvorstellungen aufzufinden.

Aber Firmen–Glaubenssätze haben nur dann Wert, wenn sie von top-down gelebt werden und nachvollziehbar sind.

Loslassen, das Bekannte aufgeben, übertragen, Neues versuchen, heißt Verantwortung abgeben.

Wenn das Zutrauen in die Nachfolger noch nicht gefestigt ist, ist ein Festhalten an bisher bekannte und bewährte Werte oftmals ein Zeichen von Angst.

Diese Unsicherheit verletzungsfrei aufzuspüren, Brücken über unsicheres Wasser zu bauen – das ist die Aufgabe von Wirtschaftsmediation und Coaching bei Übertragungsprozessen!

Retten heißt Mitleid und ist somit nicht auf Augenhöhe. Das hat mit Wertschätzung weniger zu tun.

Erfolgreiche Wirtschaftsmediation stellt immer die Augenhöhe her!

Workshopleitung: 

Dr. Susanne Perker – Rechtsanwältin, Mediatorin, Coach
Karl Brandt – Mediator und Unternehmensberater
Sie sind Mitbegründer der Hamburger Mediationsstelle für Wirtschaftskonflikte

Cooperative Praxis – Mediation weiterdenken

Worum geht es?

Was verändert sich, wenn wir Mediation weiter denken und um die Cooperative Praxis ergänzen?

Der Workshop informiert über Cooperative Praxis als mediationsbasiertes Verfahren und das interdisziplinäre Wirken von Anwälten, Coaches, Kinderexperten und anderen.

Die Architektur der Cooperativen Praxis schlägt die Brücke über konflikthafte Gewässer. Anwaltliche Fürsprecher, emotionale Klärungshelfer und Experten für Kinder oder Finanzen bilden die Stützpfeiler dieses Verfahrens. Die Kooperation bietet den Konfliktbeteiligten ein Geländer, das Halt und Orientierung gibt.

So lassen sich reißende Ströme überwinden.

WorkshopleiterInnen:

Petra Stolter: Rechtsanwältin und Notarin, Mediatorin (BAFM), Verfahrensbeistand. Ausgebildet in Cooperativer Praxis. Mehr Informationen unter www.ra-bshm.de
Gerburg Lutter: Mediatorin BM®, Dipl. Sozialpädagogin. Ausgebildet in Cooperativer Praxis. Mehr Informationen unter www.lutter-mediation.de

Konfliktmanagement und das Wertesystem neuer Organisationsformen. Ein interaktiver Einblick in New Work, Teal und Holocracy

Worum geht es?

Neue Formen und Wege sich in Organisationen zusammen zu schließen und Autorität kollegial und selbstorganisiert zu verteilen nehmen stetig zu. Zu diesen Ökosystemen zählen insbesondere das Organisationssystem Holacracy, die Soziokratie, Teal und die responsiven Organisationen. Sie verfolgen einen Unternehmenszweck, der nicht in Gewinnmaximierung besteht, sondern inhaltlich ausgerichtet ist. Alle Mitglieder einer selbstgeführten Organisation sind eingeladen, ganzheitlich zur Arbeit zu erscheinen und nicht nur mit ihrer professionellen Seite. Inhalt des Workshops ist, eine Einführung in diese neue Organisationsform und die Auseinandersetzung damit, was diese Prinzipien für das interne und externe Konfliktmanagement solcher Organisationen bedeuten.

WorkshopleiterinDr. Jo Aschenbrenner

Dr. Jo Aschenbrenner, LL.M. ist Rechtsanwältin und Mediatorin in Hamburg. Sie befasst sich seit Jahren damit, wie Konflikte in der Wirtschaft ohne Gerichte sinnvoll gelöst werden können und wie in wirtschaftsberatenden Kanzleien eine Führungs-, Feedback- und Innovationskultur tatsächlich etabliert werden kann. Ihre Markenzeichen sind Stift und Flipchart und sie visualisiert bei Ihrer Arbeit sehr gerne Sachverhalte, Konfliktlinien und Diskussionen.

An der Bucerius Law School ist sie aktuell in der Hochschulleitung zuständig für die rechtliche Beratung und die Begleitung der Hochschulentwicklung sowie Gleichstellungsbeauftragte. Sie hält gerne Vorträge zu Leadership & Feedback, Dispute Resolution und Verhandlungsführung, veröffentlicht zu diesen Themen und arbeitet seit vielen Jahren als Mediatorin, Moderatorin und Coach. Ihre Berufstätigkeit hat sie bei Freshfields Bruckhaus Deringer im Bereich IP/IT in München begonnen.

Alltagskonflikte – Wie wir einen konstruktiven Umgang zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen fördern

Workshopleitung: Katty Nöllenburg / Dr. Ali Özdil

Jede Mediation ist interkulturell?!
Worum geht es?

Der Workshop befasst sich mit interkulturellen Überschneidungssituationen in der Mediation. Vor allem spricht er aber die Wertorientierung des Mediators an. Die wertgeprägte innere Haltung ebnet den Weg für eine erfolgreiche interkulturelle Kommunikation.

Ausgehend von der These, dass jede Mediation interkulturell ist, lohnt es sich, eigene Werte und Normen zu hinterfragen. Professionell mit Intersubjektivität umzugehen … das geht.

Die Teilnehmer sollten Kenntnisse in Mediation haben!

Workshopleitung:

Latifa Kühn: Politik- und Islamwissenschaftlerin M.A., Mediatorin, Interkulturelle Trainerin & Systemischer Coach
Elia Nazemi: Diplom Medienwirt (FH), Mediator (univ.), Interkultureller Trainer

Werte in der Wirtschaftsmediation

Worum geht es?

Gelingende WIrtschaftsmediation setzt den sorgfältigen Umgang mit den Werten der MediationsklientInnen vom Erstkontakt über die Auftragsklärung, die Abschlussvereinbarung und die Evaluation voraus. Stolpersteine in allen Phasen der Mediation können in Wegweiser zur Lösung verwandelt werden. Von Hertel zeigt anhand praktischer Beispiele und handfester, umsetzbarer Praxistipps, wie Wirtschaftsmediation erfolgreich wird.

Workshopleiterin: Anita von Hertel

Anita von Hertel, Pionierin der internationalen Witschaftsmediation (Dr. Theo Sommer, DIE ZEIT) arbeitet seit den 90er Jahren ausschließlich als Mediatorin und Mediationstrainierin.

Vom Umgang mit Fundamentalismen und rigiden Werthaltungen in kommunikativen Prozessen

Worum geht es?

Fundamentalismen sind in der Mitte der Gesellschaft vorhanden, aus anderen Kulturkreisen begegnen sie uns ebenfalls offen. Worin sind sie historisch, religiös, politisch begründet und wie gehen wir damit um?

Workshopleitung

  • Rolf Sänger-Diestelmeier: Pastor i.R. und zuletzt Referent für Religionspädagogik im Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Bremen, Verein „Zuflucht e.V.“
  • Dr. Monika Hartges: Leiterin der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle (ÖRA), Mediatorin BAFM/BM, Beirat der MediationsZentraleHamburg e.V., Hamburger Arbeitskreis für Familienmediation (BAFM)